Wieder ein geselliges Wochenende überstanden.
Dieses Mal musste ich mich relativ viel erklären oder fühlte mich zumindest schräg angeguckt, denn auf Extrawürste beim Essen wird doch eher skeptisch geguckt.
Der Samstag begann mit sehr knurrendem Magen - nach der Fresserei am Vorabend hat mich das nicht sonderlich überrascht.
Ich frühstückte warm und abendbrotig mit dem Rinderschmorbraten vom letzten Wochenende und Fenchel-Orangen-Gemüse. Die Portion war mehr als reichlich, und ich war erstmal ein paar Stunden gut satt. Aufs Mittagessen konnte ich damit gut verzichten.
Nachmittags snackte ich eine Banane und zwei Scheiben Heinrichknäcke mit Tomatenpesto. Mein Kreislauf war nach der zu kurzen Nacht (Miezekatzenvibrationsalarm sei Dank....) ziemlich im Keller und ich hatte Bedürfnis nach Zucker oder sonstigem Irgendwas, was essbar ist.
Mein Vater unkte derweil mit vielen Sprüchen á la "verdirb dir doch nicht den Spaß am Essen", "wo willst du denn noch abnehmen", "kein Wunder dass du frierst, hast ja nichts auf den Rippen", "gabs Olivenöl eigentlich auch schon in der Steinzeit"... nunja...
Ich erklärte ihm also, was mich dazu bewegt hat, wie gut es mir bisher damit ergangen ist, und was für positive Verbesserungen sich bei mir schon eingestellt haben. Am Ende akzeptierte er dann aber doch (es blieb ihm ja nichts anderes übrig), dass ich mir eine Extrawurst in Form von Bauchfleisch mit Paprikagemüse zum Abendessen briet, während die Männer für die getane Dacharbeit Lammsteaks und Brokkoli-Gemüse in Créme fraîche genossen. Und Brot zum Nachtisch, weil die Steaks echt obermini waren.
Deren Essen war vielleicht leckerer (wobei ich das in Frage stellen könnte...) aber: ... ICH war satt ... Älläbätsch! ;-)
Beim Lieblingsmann gönnte ich mir spätabends noch eine kleine Sünde in Form eines kleinen Glases Rotwein. Außerdem kriegte ich schon vorher tierischen Jieper auf irgendwas zu knabbern. Ein paar Teelöffel voller Schinkenwürfel waren in dem Moment genau die richtige Wahl, und der überraschende Heißhunger war so schnell weg, wie er gekommen war.
Heute verwöhnte mich Lieblingsmann mit frischem Rührei mit Schinkenwürfeln und liebevoll dekorierten Cocktailtomaten zum Frühstück. Auch, wenn er diese Ernährungsform weder versteht noch gutheißt, so unterstützt er mich doch, wo er kann.
Mein Mittagessen bestand aus Nussmüsli mit frischen Himbeeren und Kokosmilch.
Es half mir auf der Kirmes durchaus, meiner Besten und meinem Lieblingsmann beim Bratwurst- und Chinanudeln-Essen zuzuschauen, ohne Appetit zu kriegen, aber der Hunger meldete sich dann doch relativ schnell wieder.
Eine echte Prüfung hatte ich am Nachmittag zu bestehen, als wir anlässlich des ersten Geburtstags von Lieblingsbaby zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren. Ich hielt mich an Tee, knabberte Möhrchen, Kohlrabi und Gurke, war aber nicht sehr zufrieden, da mich die Backwaren doch ziemlich anlächelten und ich mich mehrfach dabei ertappte, zu überlegen, ob ich nicht vielleicht doch ein kleines Stück.... NEIN! Ich blieb tapfer. Trotz der irritierten Blicke rundherum, aber wenigstens musste ich keine blöden Fragen beantworten.
Leider ist Rohkost bei mir auf mehr-oder-weniger-nüchternen Magen generell keine gute Idee, so dass mir nach meinem gesunden Gemüsekuchen :-) etwas flau im Magen wurde.
Zu Hause freute ich mich dann richtig auf das vom Vortag noch übrig gebliebene Bauchfleisch mit einer ordentlichen Portion Zuckerschoten. Dazu einen kleinen Kleck Bio-Tomatenmark statt Ketchup, hat mich sehr glücklich gemacht.
Im Anschluss habe ich den Ofen angeworfen und neue Muffins für die kommende Woche gebacken. Da es heute auf der Geburtstagsfeier Rübli-Kuchen gab, habe ich gleich diese Inspiration mitgenommen und ein neues Paleo-Rezept ausprobiert.
Die nächsten Tage habe ich also Karotten-Nuss-Muffins, und nachdem ich den Teig probiert und für hinreißend befunden habe (Muskat und Zimt geht nicht? Geht WOHL!), freue ich mich jetzt schon riesig aufs morgendliche Snacken. Am Zimt habe ich übrigens mal überhaupt rein gar nicht gespart, und habe den Eindruck, das hat der Sache nicht schlecht getan.
Fazit:
In unpaleologischer Gesellschaft ist Paleo tatsächlich etwas schwierig zu bewältigen. Gerade, wenns
um Kaffee und Kuchen geht, muss man seine weizenmehlfreien Alternativen doch schon selbst mitbringen. Fürs nächste Mal bin ich schlauer. Meine Freunde sind glücklicherweise alle sehr aufgeschlossen und versuchen immer, eine passende Lösung für mich zu finden.
Samstag lag ich 250kcal über meinen Plan-Kalorien (Bauchfleisch ist BÖSE!), aber immer noch in einem Rahmen, der absolut angemessen ist. Ich hab den "Plan" schon sehr niedrig angesetzt, da ist auf jeden Fall noch Spiel nach oben, gerade wenn ich am Wochenende viel in Bewegung bin. Knapp 70g Kohlenhydrate - trotz Sünde - waren auch wie immer gut.
Heute bin ich nicht auf meine Kalorien gekommen, bin aber nicht unzufrieden. Vielleicht nasche ich gleich noch ein bisschen Gemüse oder ne Banane, aber da ich bald schon ins Bett gehe, ist das schon fast unwahrscheinlich. Mit unter 30g Kohlenhydrate liege ich heute extrem niedrig.
Morgen ist schon Halbzeit...! Unglaublich...
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